Games Night

Mit diesen Spielen wird die Nacht zum Tag

Die Tage werden wieder kürzer, die Ferien neigen sich dem Ende zu und das Sommerloch hat voll zugeschlagen. Was also anfangen mit den letzten freien Wochen, wenn die Abendluft wieder frisch wird und die Füße bereits weh tun von der Pokémon Suche? Ganz klar, die Nächte nochmal durchzocken, denn bald geht die Uni wieder los und dann heißt es schon zu Mittag aufstehen …

Scherz beiseite: Die letzten Ferienwochen sind noch einmal die ideale Gelegenheit sich allein oder vorzugsweise mit Kumpels zusammen zu hocken und die besten Games des bisherigen Jahres fertig zu zocken oder überhaupt nachzuholen, bevor es im heißen Herbst dann wieder los geht mit den nächsten Blockbustern.

Wir haben für euch eine Liste mit einigen der unserer Meinung nach empfehlenswertesten Games von 2016 zusammengestellt.

Dark Souls 3 (PS4, XBO, PC)

„You Died“ – welch Überraschung. Es ist wieder Zeit für erbarmungslose Kämpfe, die einen an den eigenen Fähigkeiten zweifeln lassen. Wie schon die Vorgänger der Souls-Reihe, ist auch Dark Souls 3 ein knochenhartes Unterfangen, dass einem einiges an „dedication“ abverlangt. Während Fans der Reihe schon einen Abfall des Schwierigkeitsgrads bemerken wollen, ist das Spiel nicht gerade Neueinsteiger-freundlich, denn hier wird man einfach ins kalte Wasser geworfen. Und dann lernt man auf die harte Tour, was es heißt ein Souls zu spielen. Guides im Internet zu rate zu ziehen, ist an dieser Stelle keine Schande.

Wer sich aber richtig reinarbeitet, bekommt unheimlich befriedigendes „skill matters“ Battle-Gameplay, in einem epischen Setting geboten. Die Mühe lohnt sich – no pain, no gain!


Yo-kai Watch (Nintendo 3DS)

Noch bevor alle Welt nach draußen stürmte um Pokémon in der realen Welt zu fangen, brachte Nintendo noch das in Japan schon seit Jahren erhältliche, und von mir persönlich schon lang ersehnte, Yo-kai Watch (endlich) nach Europa. Yo-kai sind Geister die allerhand Schabernack anrichten und deshalb besser in die Schranken gewiesen werden sollten. Mit Hilfe der Yo-kai Watch, spürt man diese in der ganzen Stadt auf und versucht sie mit ihrem Lieblingsessen freundlich zu stimmen bevor man sie bekämpft. Hat man einen der Geister besiegt, erhält man seine Medaille, mit der man das Wesen dann rufen kann um es in zukünftigen, rundenbasierten Kämpfen einzusetzen. Kommt irgendwie bekannt vor? Stimmt schon, klingt ganz wie Pokémon in anderem Gewand, doch damit würde man Yo-kai Watch schwer unrecht tun. Das Game bringt eine Menge frischen Wind und Abwechslung in das Genre und ist mehr RPG-lastig. Und dass Nintendo hier mehr als nur einen Lückenfüller bis Pokémon Sonne/Mond bringt, haben sie deutlich gemacht. Denn hier wird das volle Programm gefahren inkl. Fernsehserie, Manga Adaption und natürlich Spielzeug. Ich bin jedenfalls Yo-kai Fan und freue mich schon sehr auf Teil 2.


Uncharted 4 (PS4)

Das fulminante Finale von Naughty Dog’s Genre-definierender Serie erfüllt so ziemlich alle Erwartungen und liefert ein bombastisches Action-Feuerwerk, das in Sachen Grafik, aber vor allem in Punkto Gameplay (wieder) Maßstäbe setzt. Cineastischer, intensiver und actionreicher als je zuvor – Nathan Drake’s vermutlich letztes Abenteuer sollte sich kein Playstation 4 Besitzer entgehen lassen und für alle anderen ist das Game wohl das, was man einen Kaufgrund für die Konsole nennen kann.


Doom (PS4, XBO, PC)

For that gory nights. Wenn man mal wieder in Slasher Movie Stimmung ist und ein passendes Spiel dazu sucht, dann wird man in Doom (dem eigentlich vierten Teil der Serie) bedient. Doch während die Blutfontänen und rumfliegenden Eingeweide hier einfach als Serienmarkenzeichen dazugehören, überzeugt der Ego-Shooter in erster Linie durch eine knallharte aber super unterhaltsame Singleplayer Kampagne, begleitet vom Adrenalin-steigernden Heavy Metal Soundtrack.

Dazu gesellt sich natürlich ein Multiplayer Modus mit verschiedenen, wenn auch bekannten, Matcharten. Eindrucksvoller ist dagegen ein neues Feature namens Snap Map, mit dem man sowohl Single- als auch Multiplayer-Maps selber erstellen kann. Vom Layout der Map bis hin zum Verhalten der platzierten Gegner, kann man hier alles umsetzen was das sadistische Herz begehrt.


Overwatch (PS4, XBO, PC)

Wenn Blizzard ein neues Genre angreift, dann in der Regel um es gleich komplett zu dominieren, wie das z.B. schon mit World of Warcraft und Hearthstone der Fall war. Aus einem gescheiterten Projekt, dass ein Nachfolger zu WoW werden sollte, wurde schlussendlich Overwatch und, was soll man sagen, Blizzard macht keine halben Sachen und liefert auch im Arena-Shooter Genre voll ab. Im Sturm hat das Spiel die Szene erobert und hatte innerhalb von 3 Wochen bereits über 10 Millionen aktive Spieler.

Der Erfolg liegt dabei nicht etwa nur am Namen des Herstellers. Overwatch ist einsteigerfreundlich, gut durchdacht und macht einfach unheimlich viel Spaß. Das ständige „nur noch ein Spiel“ – Felling lässt die Stunden nur so verfliegen. Und dank der Vielzahl an Charakteren und interessanten Maps, ist Langzeitmotivation hier keine Frage.


Firewatch (PS4, XBO, PC, Mac, Linux)

Der Indieszene entspringend, kann man Firewatch kaum mit einem typischen Spiel vergleichen, auch wenn sich der Begriff „Walking Simulator“ für vergleichbare Games eingebürgert hat. Als ein, sich eine Auszeit nehmender, Mittvierziger, übernimmt man den Job der Feuerwache, in einem riesigen Nationalpark in Nordamerika. Geleitet von seiner Chefin, mit der man stets über Walkie-Talkie verbunden ist, muss man verschiedene Aufgaben in der wunderschönen, künstlerisch umgesetzten Naturkulisse übernehmen. Doch nach kurzer Zeit beginnen sich mysteriöse Ereignisse zuzutragen.
Mehr zu verraten wäre eine Schande. Firewatch ist ein emotionales Erlebnis, das man selbst erfahren muss und ein großartiges Beispiel für was das Medium Videospiel zu leisten vermag. Für mich eines der einprägsamsten Spiele der letzten Jahre.


No Man’s Sky (PS4, PC)

Der Titel der dieses Jahr vielleicht den meisten Hype generierte und schon seit Jahren mit großer Spannung erwartet wurde. War das Versprechen auch nicht weniger als ein fast unendliches Universum mit Trillionen von Planeten, die allesamt von einem Computer Algorithmus generiert werden. Diese Ansage wurde gehalten und dennoch waren viele Spieler enttäuscht. Zuwenig Unterschiede zwischen den Planeten, zu wenig Abwechslung im Gameplay, schnell langweilig – so lautete für viele das Urteil.

Allein auf dem ersten Planeten, auf dem mein Spiel begann, habe ich 5-6 Stunden damit verbracht, ihn zu erforschen und dabei die verschiedenen Pflanzen und Lebewesen zu entdecken, sowie die verlassenen Gebäude und zurückgelassenen Alien-Artefakte zu erforschen. Ein für mich faszinierendes Erlebnis. Vor allem die imposante Landschaft, mit Bergen, Tälern, Wäldern und unzähligen verwinkelten Höhlenstrukturen hat es mir sehr angetan. Hier ist wirklich das Gefühl entstanden, völlig allein in einer fremden Welt zu sein. Eine Welt die umso erstaunlicher wirkt, wenn man sich ins Gedächtnis ruft, dass sie vom Computer generiert wurde und nicht von einem Designer. Fliegt man dann erstmals durch die Atmosphäre hindurch ins Weltall, erstreckt sich erst recht die schier unendliche Weite des Universums. Das entlockt einem schon ein „Wow!“ und man fragt sich bereits wie wohl der nächste Planet aussehen wird.

Im Endeffekt kommt es hier auf die Erwartungshaltung an. Wer Lust auf einen Trip dieser Art hat und nicht nach großer Action und Abwechslung im Gameplay sucht, wird bei No Man’s Sky fündig. Wer sich etwas anderes erwartet, sollte wohl auf Games wie Star Citizen warten.


Rise of the Tomb Raider (XBO, PC)

Nach dem großartig gelungenen Reboot der Franchise, in dem wir Lara’s (neue) Origin Story erlebt haben, begibt sich die Überlebenskünstlerin in der Fortsetzung auf ihre erste richtige Tomb Raider Expedition. Das bedeutet verlassene Tempelanlagen, verwinkelte Strukturen und natürlich Rätsel. Doch auch die Action kommt wieder nicht zu kurz, denn Lara ist nicht die einzige die hinter den verborgenen Schätzen her ist.

Der Zweite Teil der neuen Serie, nimmt das starke Fundament des Vorgängers und entwickelt es an allen Seiten weiter. Dabei entsteht teilweise das spezielle, imposante Gefühl, das man damals beim allerersten Tomb Raider (1996) hatte. Ab 11. Oktober ist der Titel übrigens auch für PS4 erhältlich.


Splatoon (Wii U)

Zum Abschluss noch ein persönlicher Favorit, wenn auch aus 2015 stammend. Seit dem Launch vor über einem Jahr, landet das Game immer wieder bei mir in der Konsole. Obwohl ich absolut kein Shooter Spieler bin, kann ich mich hier kaum vom Gamepad lösen. Doch Splatoon ist für mich eigentlich auch kein Shooter, auch wenn es per Definition einer wäre. Aber das Spielgefühl ist einfach so anders. Es geht hier darum mit dem eigenen Vierer-Team innerhalb von 3 Minuten mehr Fläche mit Farbe einzudecken als die Gegner. Dieses Gameplay hat etwas dermaßen befriedigendes, dass es sich schwer beschreiben lässt. Ständig denkt man sich: nur noch ein Spiel – dann sind plötzlich 3 Stunden vergangen. Mit Freunden im Team wird das ganze nur noch lustiger.

Mit laufenden Updates, die neue Arenen, Waffen und sogar Spielmodi brachten, hat Nintendo es geschafft, das Game über ein Jahr lang frisch zu halten. Auch an der Balance wurde stets geschraubt. Wie gut das Game dadurch auch kompetitiv ist, zeigt sich daran, dass vor kurzem die erste ESL-Saison für Splatoon gestartet wurde.


Und somit beschließen wir unsere Liste. Seid ihr einverstanden mit den Games oder haben wir noch einen essentiellen Titel übersehen? Und welche Games zockt ihr in den letzten Sommernächten? Schreibt uns einen Kommentar auf Facebook!

Bis zum nächsten Mal und viel Spaß beim Zocken!

- Marcus Cejka