650 Jahre in 65 Zeilen

Ein Rückblick

© Universität Wien

92.000 Studierende, 9.700 Mitarbeiter, 180 Studienrichtungen, 60 Standorte, 15 Fakultäten, vier Zentren – Die Universität Wien ist heute nicht nur die größte Universität Österreichs sondern auch eine der größten Mitteleuropas. Wie’s dazu kam und warum’s auch mal stark bergab ging: Wir blicken zurück…

…ins 14. Jahrhundert.
Mit ihrer Gründung am 12. März 1365 ist die Universität die älteste bestehende Universität im deutschen Sprachraum. Unterzeichnet von Herzog Rudolf IV. und seinen Brüdern Albrecht III. und Leopold III. befindet sich die Gründungsurkunde heute im Archiv der Universität, mit Leitbild versehen:

„gemain guot, rechte gerichte, menschlich vernunft und beschaidenhait aufneme und wachse […] und daz ein yeglich weiser mensch vernünftiger und ain unweiser zuo menschlicher vernunft in rechte erkantnüsse mit goetlicher lerung bracht und geczogen werde.“

…ins 15. Jahrhundert.
Die Universität wächst, Studierende häufen sich an. In der Zeit des Humanismus übertrumpft die Universität mit über 6.000 Studenten alle anderen – sie wird zur größten Universität des Römischen Reiches.

…ins 16. Jahrhundert.
Es folgt ein beinahe gänzlicher Zerfall – Türkenbelagerung und Glaubensspaltung. Die Universität zählt nur noch 30 Studenten.

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…ins 17. Jahrhundert.
Die Universität vereinigt sich mit dem Jesuitenkollegium, der theologischen und philosophischen Fakultät. Ein gewisser Aufschwung zeichnet die Jahre.

…ins 18. Jahrhundert.
Maria Theresia und Joseph II. sorgen für Veränderung. Reformen drängen den Einfluss der Jesuiten zurück, die Universität geht über in staatlichen Besitz. Damit einhergehend schwindet die Autonomie der Universität. Motto: Straffe Lehre, Forschung im Hintergrund.

…ins 19. Jahrhundert.
Akademische Legion; Neues Hauptgebäude; Frauenpower

Heftige Aufstände richten sich gegen die Regierungspolitik, liberale und demokratische Veränderungen stehen am Ziel der „Revolution 1848“. Studenten der Universität Wien und des Polytechnischen Instituts Wien schließen sich am 13./14. März zu studentischen Freikorps zusammen. Die „Akademische Legion“ erlangt große Bedeutung, sie unterstützt die Bürgerwehren als Teil der Nationalgarde. Das Hauptquartier der Legion ist die neue Aula der Alten Universität. 1849 folgt die neue Universitätsreform des Unterrichtsministers Leo Thun-Hohenstein, die unter anderem Prinzipien der Lern- und Lehrfreiheit beinhaltet.

1884 wird das Hauptgebäude an der Ringstraße von Kaiser Franz Joseph I. eröffnet.

1897 werden an der philosophischen Fakultät erstmals Frauen als ordentliche Hörerinnen zugelassen. 1900 auch an der medizinischen, 1919 an der juristischen, 1923 an der evangelisch-theologischen und schließlich mit erheblichen Abstand, 1946, auch an der katholisch-theologischen Fakultät.

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…ins 20. Jahrhundert.
Studentenkrawalle; NS-Regime; Autonomie

Demokratiefeindliche und antisemitische Studenten werden von Professoren toleriert. Hochschulkrawalle im Jahr 1928, Studentenkrawalle 1932 und der Mord eines ehemaligen Studenten an dem Physiker und Philosophen Moritz Schlick zeichnen die Jahre der Vorkriegszeit.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich wird die Uni Wien nach national-sozialistischen Gesichtspunkten geleitet. Im NS-Regime werden zahlreiche Lehrende und Studierende unter Rektor Fritz Knoll aus rassistischen und politischen Gründen von der Hochschule vertrieben. Das Hauptgebäude wird von 26 Bomben getroffen.

1945 erfolgt die Fortsetzung des Vorlesungsbetriebes.

Bergauf. 1975, 1993 und 2002 werden neue Universitätsreformen eingeführt. Nach über 250 Jahren erhält die Universität ihre Rechtsfähigkeit zurück – mehr Eigenverantwortung und Leistungsorientierung durch das Universitätsgesetz 2002.

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…und finally ins 21. Jahrhundert.
Audimaxbesetzung; Bologna-Reform

Uni brennt“/“Unsere Uni“: Das Jahr 2009 erinnert uns an die Studierendenproteste in Österreich. Zahlreiche Hörsäle und Räumlichkeiten an österreichischen Universitäten wurden besetzt – darunter auch die beiden größten Hörsäle der Uni Wien. Protestiert wird gegen Beschränkungen des Hochschulzuganges, für die Demokratisierung der Universitäten und Abschaffung bzw. Nichteinführung der Studiengebühren.

Bologna burns“ – Studierende protestieren erneut. Auslöser ist 2010 die bevorstehende Verschulung und Arbeitsbelastung durch die Bologna-Reform. Diese erzielt die europaweite Harmonisierung der Studiengänge, Studienabschlüsse und internationale Mobilität. Heute sind die Studiengänge in Österreich weitgehend auf die Bologna-Struktur umgestellt.

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Und jetzt?
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